Mittwoch, 2. November 2011

Sonderstatus

Für mich ist dieser Urlaub in gewisserweise Neuland. Denn ich war noch nie so lange an einem gleichen Ort. Normalerweise wechsle ich nach 2 bis 3 Tagen den Aufenthaltsort.
Hier in Bangkok war ich auch schon für etwas länger, aber noch nie so lange wie jetzt.

Daher bekommt man dann im Hotel so langsam einen kleinen Sonderstatus. Bilde ich mir ein. Im Restaurant kennt man meinen Lieblingsplatz zum Frühstücken und welchen Tee ich bevorzuge, am Pool bekommt man das Handtuch auf die Lieblingsliege gelegt, der Kellner weis welches Getränk ich bevorzuge und am Restauranteingang weis man meine Zimmernummer, ehe ich einen Ton gesagt habe.
Sehr nett. Da fühlt man sich gleich wie zu Hause.

Heute wollte ich einen Ausflug zum Wat Phra Kheo unternehmen. Dem schönsten Tempel von Thailand und dem Königspalast.
Gesagt getan. Ab in den nächsten Bus und hin gefahren.
Da ich ein paar Sachen weis die man in Thailand besser nicht tun sollte, bin ich vorbereitet dort hin gefahren. Tempel sollte man immer mit bedeckten Schultern betreten und die Hose oder Rock höchstens Knie-um-spielend. (was aber meistens in den Tempelanlagen nicht kontrolliert wird) Im Königspalast ist das anders. Da wird auch Wert auf ein gepflegtes Äußeres, am liebsten lange Hosen und Wert auf ein ordentliches Schuhwerk gelegt.
Bin also mit einer langen Hose, einem normalen Oberteil und ordentlichen Schuhen losgefahren. Sicherheitshalber noch ein großes Tuch dabei, falls Ausschnitt und Arme doch zu freizügig sein sollten.
Und was soll ich sagen? Ich kam nicht rein. Die Ärmel zu kurz und Tücher um den Schultern nicht mehr erlaubt! Tja da haben wir den Salat. Erste Wahl, auf die man am Eingang auch gerüstet ist: ein für Höchstpreise zu erwerbendes passendes Kleidungsstück kaufen. Dann wird man rein gelassen oder die 2. Wahl mit den passenden Klamotten wieder kommen. Dafür habe ich mich entschieden. Starte morgen erneut einen Versuch. Hoffentlich kommt dann kein Hochwasser, wie letzte Woche.........

Bin unverrichteter Dinge abgezogen. Vorbei am Verteidigungsministerium im europäischen Stil.
Verteidigungsministerium
 Falls es einen wundert: die Kanonen stehen nicht geradeaus gerichtet (was ja normal wäre zum Verteidigen) sondern zur Seite gedreht. In den Neunzigern ist irgendeinem schlauem Kopf aufgefallen, daß die bis dahin gerade ausgerichteten Kanonen, genau auf den Königspalast zeigen und daß das dem Land Unglück bringt. In den 90er herrschte zudem eine schlechte wirtschaftliche Lage, was zum Teil den Kanonen und ihrem Unglück zugeschrieben wurde. Die Kanonen wurden postwendend zur Seite gedreht, leider ohne Erfolg bisher.

Vom Ministerium aus kann man in der Nähe der Ratchabophit Road, über einen kleinen Markt schlendern ehe man den Wat Suthat besucht. Ein sehr schöner Tempel und fast ganz ohne Touristen.
der offizielle Name ist bedeutend länger
im Wat Suthat, menschenleer

Wat Suthat, mit der großen Schaukel im Hintergrund
Vom Tempel aus gings schnell etwas zu Mittagessen. Gegrilltes Hähnchen und breite Reisnudeln mit Seafood. Zwischen dem Wat und dem Verteidigungsministerium steht noch ein wunderschöner Tempel: Wat Ratchabophit. Dieser sticht besonders ins Auge, weil einen relativ großen Chedi in Mitte stehen hat und besonders schön gestaltet wurde. Mit abertausenden kleinen bunten Glasspiegel-Ornamenten und jedermenge Gold.
Wat Ratchabophit
 Auch hier verirrt sich kein Tourist hin. Eigentlich schade. Am Tempel wurde für die Flood Opfer gekocht und Essenspaket gepackt.
Packstation für Flood Opfer

Ananas für Flood Opfer
Die Ananas warte noch darauf verarbeitet zu werden.

Am späten Nachmittag gings mit dem Bus zurück. Hat man mal das Bussystem kapiert, ist es recht komfortabel und preiswert.
Wobei manche Busfahrer, besonders die in den beige-roten Bussen, glauben sie wären mit Schumi oder Vettel verwandt. Da kommen selbst die Fahrkartenverkäufer ins wanken.
JA Fahrkartenverkäufer. In jedem Bus gibt es einen oder eine, wirklich in jedem Bus. Man kann es gar nicht richtig glauben, aber es ist so. Es gibt keine Schwarzfahrer im Bus, steigt man ein kommt der Fahrkartenverkäufer zu einem hin und verkauft einem für 16 Cent das Busticket und entwertet es auch direkt. Ganz einfach. Der Busfahrer hat mit alledem nichts zu tun, der muß nur fahren. Was er auch tut...... fragt sich nur manchmal wie.

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